„Classic“ Monster 600

 

Wenn man an Ducati denkt, denkt man automatisch an die Superbikes, Rennmaschinen und die Productionracers der  Typen 748/749, 916, 996, 998 und die neue 999. Doch die Verkaufszahlen belehren uns eines Besseren: Mehr als 50% der vekauften Duc´s sind Monster-Modelle.

 

 

 Ducati, ein italienischer Motorradhersteller, versteht es immer wieder legenden-bildende Motorräder auf die Piste zu entlassen, die dem kleinen Motorradwerk in Bologna nicht nur einen festen Ehrenplatz im Reigen der bedeutendsten Herstellern garantieren, sondern auch dessen Überleben gegen erdrückende Uniformität.

Design-Studie von Miquel Angel Galluzzi

 Folgerichtig versucht sich Ducati nicht an geleckten Massenmotorrädern, sondern muss polarisieren. Und so ist die Monster, erstmals 1993 aus der Taufe gehoben, in erster Linie klar ein Meilenstein im Motorraddesign geworden.

Der Begriff "Roadster" erhält endlich wieder seine wahre und zeitgemäße Definition.

 

Zu dieser Zeit war die Monster ein super revolutionäres Motorrad. Eigentlich das erste Naked Bike und der klassische Vorfahre der modernen Streetfighter. Zu einer Zeit wo andere Hersteller ihre vollverkleideten Rennreplikas als Supersportler verkaufen wollte, hat Ducati auf bewährte Motorentechnik ihrer Luft / Ölgekühlten 90 grad V Zweizylinder und einen revolutionären Gitterrohrrahmen gesetzt und gewonnen. 

 Seit über 10 Jahren gibt es also die klassischen DUCATI Monster in verschiedenen Modellvarianten: Die kleinste Monster mit 600 cm² Hubraum, die Mittelgroße der 2-Ventiler - die M750 und die große Schwester der beiden - die M900.

 

Zur meiner „Classic“ Monster 600

 

Meine Monster 600 wurde im April 1995 erstmals zugelassen und ich kam eher etwas zufällig zu diesem Motorrad. Nachdem ich gerade eher schlechte Erfahrungen mit einer Yamaha XS 650  gesammelt und die Nase von dem „altem Geraffel“ erst einmal gestrichen voll hatte, wurde mir von einem Bekannten die Ducati sehr preiswert angeboten. Nach einer sehr langen Probefahrt wollte ich nur noch diese „Bella“ und wir wurden uns sehr schnell einig.

 

Der Motor:
Exzellent – trotz seiner „nur“ 54 PS hat man immer genug Vortrieb, OK unterhalb von 3500 Touren ist nicht viel los aber ab 4500 Touren ist richtig was geboten.
Das Ansprechverhalten beim Gasgeben ist spontan, die Leistungsentfaltung gleichmäßig und subjektiv traut man diesem kleinen luftgekühlten, Zweiventiler mit nur 600 ccm gar nicht soviel Kraft zu. Schaltfaules Bummeln mag der Motor nicht, da fordert er durch Ruckeln seine Drehzahl.  

 Das Fahrwerk:
Gut und stabil
- die Ducati Monster 600 fühlt sich besonders auf kleinen, kurvenreichen Landstrassen pudelwohl. Aufstellmoment und Fahrwerksflattern kennt die kleine Italienerin nicht. Nach der Devise aufsteigen und wohlfühlen fährt man die ersten Meter mit ihr fast wie selbstverständlich - so handlich und so spielerisch wie mit einem Fahrrad. Um die kleine Ducati schnell in Wechselkurven zu bewegen, braucht man schon etwas Körpereinsatz. Der Federungskomfort ist eher von der sportlichen Sorte – sprich die DUC ist relativ hart gefedert, was beim starken Bremsen und bei sportlicher Fahrweise von Vorteil ist, aber dem allgemeinen Empfinden nach eher etwas unkomfortabel wirkt.

 

 Die Bremsen:
Gut – die vordere Einscheibenanlage hat die 600 unspektakulär aber effektiv im Griff. Druckpunkt ist klar erkennbar, die Bremsleistung ist gut, bei trockener Strasse kann man schon mal das Heck zum lupfen bringen. Schön ist die Standfestigkeit der Bremse – auch vor der 10 Kurve hat sie noch den gleichen Zug wie vor der ersten. Weniger schön ist die klar erkennbare Verwindung der Gabel beim Bremsen, was üblicherweise bei Einscheibenanlagen passieren kann. Die Handkräfte sind ebenfalls recht hoch.

 

Mein persönliches Fazit zur

Monster 600:

GUT:
Präzises Fahrwerk, kräftiger Motor, stabiles Handling, klasse Verarbeitung, sinnvolle Ausstattung, relativ günstig.
 

SCHLECHT:
Kleiner Tank,  zweite Scheibenbremse vorne und Drehzahlmesser fehlt
.

 

Extra-Klasse ist das Design der kleinen DUC, obwohl schon über 10 Jahre alt, hat die Maschine immer noch eine besondere Ausstrahlung

 

Technische Daten M600

 

Motor
Bauart
Kühlung
Nockenwelle
Ventile
Ventil E/AØ
Ventilhub E/A
Ventiltrieb
Bohrung x Hub
Hubraum
Verdichtung
Leistung
Drehmoment
Gemischaufbereitung
Lichtmaschine

Kraftübertragung
Primärantrieb
Übersetzung
Sekundärantrieb
Übersetzung
Getriebe
Übersetzung
Kupplung

Fahrwerk
Rahmen
Federung vorn
erstellbarkeit
Federung hinten
Verstellbarkeit
Federweg vorn/hinten
Bremse vorn
Bremse hinten
Felgen
Größe vorn /hinten
Reifen vorn / hinten

Abmessungen / Gewichte / Preis
Länge
Radstand
Lenkkopfwinkel
Nachlauf
Bodenfreiheit
Sitzhöhe
Leergewicht
zul Gesamtgewicht
Tankinhalt
Batterie
Preis


Zweizylinder-Viertakt-90°-L-Motor
Fahrtwind
Eine je Zylinder
Zwei je Zylinder, desmodromisch gesteuert
33,5 / 30,5 mm
9,35 / 8,5 mm
Zahnriemen
80 x 58 mm
583 ccm
10,7:1
40 kW bei 8.250/min - 25kW bei 7.500/min
50 Nm bei 3.250/min
Zwei Mikuni Gleichdruckvergaser, 38 mm Ø
520 W


Zahnräder, geradeverzahnt
1,85
O-Ring Kette
3,06
Fünfgang
2,50 / 1,71 / 1,33 / 1,07 / 0,97
Mehrscheiben im Ölbad


Stahlgitterrohrrahmen, Chrom-Molybdän
Marzocchi USD-Gabel, Tauchrohr-Ø 43 mm
Federvorspannung stufenlos
Zweiarm-Stahlkastenschwinge mit einem Sachs-Federbein
Federvorspannung stufenlos
120 / 144 mm
Eine gelochte Scheibenbremse mit 320 mm Ø, Vierkolben-Zange
Eine gelochte Scheibenbremse mit 245 mm Ø, Vierkolben-Zange
Leichtmetall mit drei Hohlspeichen
3,50 x 17 / 4,50 x 17
120/60 ZR 17 - 160/60 ZR 17


2.070 mm
1.430 mm
67 Grad
94 mm
150 mm
770 mm
174 kg
370 kg
16 l, davon 3l Reserve
12V / 12 Ah
6.895 Euro (DM 13.485,-)

 

 

Die Besonderheit einer  Ducati ist die Desmodromik :

Bei einer herkömmlichen Ventilsteuerung werden die Ventile durch Kipp-, Schlepphebel oder durch Tassenstößel geöffnet (nach unten gedrückt) und mittels starker Federn wieder geschlossen (nach oben gedrückt). Beim Öffnen wird folglich die Feder, die die Ventile später wieder schließt, mit herunter gedrückt.
Die Desmodromik funktioniert mittels Schlepphebel, wobei der wesentliche Unterschied zur herkömmlichen Ventilsteuerung darin besteht, dass die Ventile durch einen Hebel, statt durch Federn, wieder geschlossen werden. Man spricht hier vom zwangsgesteuerten Öffnen UND Schließen der Ventile.

 

 

 

 

So, dass sollte für das Erste zu der

 „Classic“ Monster 600

als Information genügen.

 

Da mir die kleine Monster mit der Zeit doch als zu hektisch von der Motorcharakteristik war habe ich mich im Juni 2005 entschlossen Sie für den Erwerb einer Kawasaki W 650 zu verkaufen. 

 

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