Welcome to England

Ein Reisebericht über eine Triumph-Spitfire-Tour durch Südengland und Wales.

Stonehange

Jürgen Brüchert von 1. Spitfireclub Deutschland hatte 1995 zu einer Urlaubsfahrt durch Südengland und Wales, sowie mit einem Besuch des Jahrestreffen des "Triumph-Sport-Six-Club" in Stafford, eingeladen und für mich stand sofort fest, dass ich mit meinem 1975 MK IV (1500) daran teilnehmen würde. Als Reisebegleiter hatte ich mir meinen Freund Mike ausgewählt und so konnte es, nach einer umfassenden Inspektion meines Spiti's am 06.06.95 gegen 12:00 Uhr von meinem Heimatort auf die Reise gehen.

Abfahrt

Eine angenehme Anfahrt ohne Stress und mit einigen Pausen führte uns über Belgien nach Frankreich, so das wir gegen 21:00 Uhr den Fährhafen Calais erreichten. Etwa 100 km vor Calais treffen wir den Organisator Jürgen mit seinem 68'er MK III und den Englandkenner Klaus, der mit einem Daihatsu Feroza als Service-Car  an der Reise teilnimmt, an einer Tankstelle.

Der Fährhafen von Calais

In Calais stoßen dann noch die Teilnehmer des Schweizer Spitfire Club zu uns und verstärken unsere kleine Reisetruppe um vier weitere Spitfire und den bekannten Macao Werksrennwagen.

Da wir einen besonderst günstigen Nightrider Tarif für die Überfahrt nach Dover gebucht hatten konnten wir erst um 03:15 Uhr total übermüdet auf unsere SeaLink-Fähre und erreichten ca. eine Stunde später Dover.

Boarding Card für die Überfahrt

Um wenigstens noch eine kleine Mütze Schlaf zu finden fuhren wir gleich zu einem Parkplatz  hinter den Dünen des Kanals in der Nähe von Hythe um dann den Sonnenaufgang auf englischen Boden zu erleben und warteten noch auf Günther und Annelies, die hier zu unsere Gruppe stoßen wollten.

Ein leicht übernächtigter Haufen

Nachdem alle zusammen waren fuhren wir in das, in früherer Zeit berüchtigte Seeräubernest Rye mit seiner wunderschönen historischen Altstadt, den mittelalterlichen Strassen, dem Rye-Castle und dem bekannten über 300 Jahre alten Pub "The Mermaid Inn",

 

Altstadt von Rye

Dann ging es weiter durch die Downs über Hastings, Heathfield und Leves zu dem bekannten Seebad Brighton. Dort müssen wir irgendwie ein Verkehrszeichen übersehen haben, weil wir uns plötzlich mitten in der Fußgängerzone im Zentrum wiederfanden und mit leichter Panik nach Wegen zur äußerst prachtvollen Küstenstrasse suchten. Ein Bobby hat uns nicht angehalten und die Passanten waren alle erfreit so hübsche alte englische Autos mit Kontineltal-Nummernschildern zu sehen. Dennoch fanden wir den Weg zurück zur Promenade mit seinen Vergnugungspier's und seinen schönen alten Hotels. Nach einem kurzen Zwischenstop führte unsere weitere Etappe  über Worthing nach Arundel, einem schönen Stadtchen mit einem gut erhaltenem Schloß.

 

Arundel mit seinem wunderschönen Castle

Nach zügigen Zeltaufbau, einem kurzen Check des Spiti's und duschen ging es in einen guten Pub, wo wir ein leckeres Essen und eine große Auswahl an verschiedensten Biersorten genießen konnten.

Unser Campingplatz in Arundel

Nach einer weiteren viel zu kurzen Nacht ging es am nächsten Morgen weiter der Südküste entlang. Einen Zwischenstop haben wir in Tangmere mit der Besichtigung des Royal Air Force Museum eingelegt um auch mal das berühmte Kampfflugzeug der RAF und Namensgeber unserer Autos die "Spitfire" zu sehen.

 

Royal Air Force Museum in Tangmere

Weiter ging es dann zum nächsten  Ziel unserer Reise durch wunderschönen New Forest, mit seinen alten Ortschaften und frei laufenden Ponys zu dem National Motor Museum in Beaulieu. Dort gibt es eine Sammlung von über 250 hervorragend restaurierten Fahrzeugen, ein kleiner Vergnügungspark, eine alte Abtei sowie das Palace House des Lord of Beaulieu zu besichtigen.

Palace House des Lord of Beaulieu

Weiter führte unser Weg in Richtung Salesbury, wobei die auf einer großen Wiese völlig freistehende Kathedrale ein richtiges Highlight darstellt. An diesem unglaublichen Bauwerk arbeiten ununterbrochen Steinmetze um die alte Substanz zu erhalten.

Kathedrale von Salesbury

  Danach steuerten wir zum sehr schön gelegenen Campingplatz von Orcheston, wo wir in dem unmittelbar daneben liegenden tollen Pub einen sehr schönen Abend verbrachten. Am nächsten Morgen genossen wir ein "old english breakfast" welches uns in der Morgensonne im Freien serviert würde.

An diesem Vormittag stand das "must" Stonehange auf dem Programm. Es empfiehlt sich bereits vor 10:00 Uhr morgens dort zu sein, denn dann spart man sich lange Schlangen vor den Kassen und weite Wege zum Parkplatz. Der von Jürgen klasse geplante Reiseverlauf mit der Übernachtung in Orcheston nahe Stonehange hat sich hier bewährt. Die Mystik von Stonehange, dem berühmtesten prähistorischen Baudenkmal der Welt erlebt man allerdings nur mit viel Phantasie, wenn man zusammen mit hundert Touristen das Denkmahl umwandert.

 

Stonehange am Morgen, ohne großen Touristenrummel

Im schönsten Sonnenschein ging es weiter mit dem Tagesziel Brecon, einem Wandergebiet inmitten des Brecon Beacon Nationalparkes. Aber das Schicksal hatte für Jürgen noch eine Zwangspause (Schrauberstunde) vorgesehen. Wahrscheinlich hatte er den Göttern in Stonehange nicht genug geopfert. Sein Overdrive spielte verrückt und musste außer Betrieb genommen werden.

Die Rache der Götter von Stonehange

Danach mussten wir die Tagesetappe etwas verkürzen und führen über Bristol (Bristol Bridge) in die Black Montains zum Tagesziel Brecon, wo es einen sehr gepflegten Campingplatz gibt.

HU-WX 432 in Wales

Nach einen gepflegten Abendessen in einem netten Restaurant und einem feucht-fröhlichen Pubbesuch, bei dem ein Schweizer Spitifahrer seine Klavierkünste zum Besten gab, sind wir todmüde in unsere Schlafsäcke gekrochen um am nächsten Morgen wieder ausgeschlafen unsere nächste Etappe über Portsenni, Llandovery, Carmarthen und Haverfordwest unser Tagesziel Temby zu erreichen. Als Besichtigungsobjekt hatten wir uns für diese Etappe das imposante Pembroke-Castle, die größe Burg in Wales, ausgesucht. Diese Burg wurde von einem der markantesten Persönlichkeit der britischen Geschichte des Mittelalters ausgebaut. Graf "William, the Marshal"  war Freund und Vertrauter von drei Königen von England - Heinrich II., Richard Löwenherz und  John Ohneland. Wahrscheinlich haben sich alle drei Könige zeitweise auf Pembroke-Castle aufgehalten.

Pembroke-Castle

An dem Campingplatz von Temby angekommen haben wir unsere Spiti's zu einer Wagenburg zusammengefahren und feierten Jürgens und Klaus Geburtstag mit gegrillten Lammkoteletts und Unmengen Dosenbier bis spät in die Nacht.

 

Indianer-Camping in Temby

Am nächsten Tag war ein Ruhetag angesagt und so blieb uns Zeit eine Besichtigungstour in Temby, einem Badeort mit Riesensandstrand zu unternehmen. Nach einer ausführlichen Strandwanderung gehen wir fast in jeden Gift-Shop um unseren Lieben zu Hause etwas Schönes mitzubringen.

Der Strand von Temby

Als weiteres Highlight dieses Tages hatten die Schweizer noch die naheliegende Rennstrecke von Pembrey angemietet und so konnten wir einige schnelle Runden auf dieser Rennstrecke abspulen. Dieter Messner fuhr mit seinem einzigartigen Macao-Spitfire allen anderen auf und davon (kein Wunder bei ca. 160 PS) und alle anderen packte das Rennfieber. Trotzdem hieß es kühlen Kopf und kühlen Motor zu behalten denn unsere Spiti;s wurden ja noch für die Weiterreise benötigt. Alles lief reibungslos und alle Teilnehmer waren begeistert.

 

Auf dem Weg zur Rennstrecke, vorne auf dem Hänger der berühmte Macao-Spitfire von Dieter Messner

Diese Gegend um Temby erlebten wir als lohnendes Ziel für einen längeren Aufenthalt. Grund dafür sind die imposanten Burganlagen und die abwechslungsreiche Küstenlandschaft. Ein Nationalpark ermöglicht hunderte von Kilometern Wanderwege an der kaum besiedelten und vom Hoteltourismus verschonten Küste.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Tagesziel New Quai sahen wir die riesige Ruine des Bischofspalast und die Kathedrale von St. David's an.

St. David Kathedrale

Wir fuhren weiter an der Westküste von Wales entlang und machten öfters Pause um die wunderschöne Landschaft zu genießen. Der Weg führt uns über Fishguard, Cardigan und Lampeter nach Aberystwyth.

 

Am Pembrokeshire Cost Path

In Aberystwyth übernachten wir wie immer im Zelt lassen aber zuvor diesen wunderschönen Tag mit einem Pub-Besuch ausklingen.

Die Bucht von Aberystwyth

Der Donnerstag bringt uns dann die größte Tagesetappe und führte uns weg von der walisischen Küste zurück ins Landesinnere. Die Route führte uns über die berühmte Devil's Bridge (drei Brücken aus verschiedenen Jahrhunderten übereinander, überspannen eine wild-romantische Schlucht mit Wasserfall) und das menschenleere Elan-Tal im Claerwen Reservat (kilometerweit nur einsame Schafweiden unterbrochen von den größten Stauseen zur Süßwasserversorgung von ganz England) nach Tewkesbury im Herzen des klassischen England, zwischen Worcester und Gloucester.

 

Im menschenleeren Claerwen Resevat

Am nächsten Vormittag fanden wir Einlaß in die heiligen Hallen der "Morgan Motor Company" in Great Malvern.  Unbeaufsichtigt schlenderten wir zwischen den Spezialisten der Traumwagenschmiede umher und sahen life Automobilbaukunst von gestern. Hier werden noch mit viel Geschick und recht einfachen Werkzeugen in echter Handarbeit echte Traumwagen gebaut.

Sollten Sie einen solchen Wagen heute bestellen können Sie Ihn auf Grund der Wartezeiten in sechs Jahren erhalten.

Nach diesem für mich unvergesslichen Erlebnis führte uns die weitere Reise noch zum Triumph Sport Six Club Headquarter nach Market Harborough um dort das clubeigene Triumph Museum zu besichtigen. Dieser weltweit größte Triumph-Club, der sich hauptsächlich mit den Typen Spitfire, Herald, Vitesse und GT 6 beschäftigt, hat ca. 16.000 Mitglieder und wird hauptberuflich geführt. Diverse Ersatzteile lässt der Club nachfertigen und diese werden dann über den eigenen Shop vermarktet.

 

Am TSSC-Headquarter 

Danach ging es eilig weiter, in einem großen Bogen um Birmingham herum, zum Ziel unserer Reise nach Stafford zum größten Triumph-Spitfire-Treffen der Welt. Am Freitag Abend waren bereits einige hundert Besucher eingetroffen und hatten Ihre Zelte auf dem Veranstaltungsgelände aufgeschlagen. Die unterschiedlichen Triumph-Modelle wurden auf einer riesigen Wiese in Reih und Glied geparkt. Der Samstag gehörte ganz der Bewunderung der edlen Stücke, die innerhalb einer riesigen Halle präsentiert wurden und natürlich dem großen und preiswerten Teilemarkt mit Neu-, und Gebrauchtteilen. Bastlern und Teilesuchern empfielt sich die Anreise mit einem Kombi oder Kleinbus um die herrlichen Sonderangebot abzutransportieren. Am Samstagabend wurde dann noch eine richtige Party gefeiert und am Sonntagmorgen hieß es Abschied zu nehmen.

 

Triumph-Treffen des TSSC in Stafford

Auf dem schnellsten Weg ging es zurück nach Dover um die nächst beste Fähre zu entern und in einer Nachtfahrt ohne größere Unterbrechung zurück nach Hause zu fahren.

Der Reisebericht ist natürlich nicht ganz vollständig, den weder das gute Guinness und die vielen Lagers noch der wallisische Whisky wurden lobend erwähnt, auch nicht das weiße Pferd von Wiltshire und sonstige Ausflüge und Zwischenfälle wie z.B. die verlorene und wiedergefundene Kurbelwellenmutter, ein kleiner Crash mit einem auf der "falschen Seite" fahrenden Engländer sowie einigen lustigen Zelterlebnissen.

Trotzdem kann man nur sagen:

 

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